Institut für Managementwissenschaften
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Organisationslaboratorium

Ziel:

Das "OLab" nimmt das Thema Organisation experimentell in Angriff. Man lernt über Organisation, indem man sich organisiert, die eigene Organisation also entwickelt, beobachtet und verändert. Die uns bekannten Organisationen sind horizontal (Aufgabenteilung) und vertikal gegliedert (Abstufung hierarchischer Machtbefugnisse). Dieser offiziellen Struktur steht die informelle gegenüber. Die Dynamik einer Organisation ist bestimmt durch das Zusammenwirken von formeller und informeller Struktur, bisweilen unterstützend, bisweilen konterkarierend, selten neutral. Die informelle Struktur besteht aus einem Geflecht engerer und loserer emotionaler Bindungen von Personen, sodass sich in einer gegebenen Population eine Anzahl größerer und kleinerer Gruppierungen ergibt. Im OLab kann mit eigens entwickelten Methoden dem Wechselverhältnis von emergenten sozialen Gefügen und den bewusst gesetzten organisatorischen Handlungen nachgegangen werden, vor allem aber den Systementscheidungen, also jenen Meta-Entscheidungen, die den Entscheidungsmodus selbst betreffen. Günstig ist, Lehrveranstaltungen bereits absolviert zu haben, die sich mit sozialen Prozessen beschäftigen (z.B. die gruppendynamische Trainingsgruppe) Methodik: Experimentelles Lernen, Auswertung des laufenden Prozesses, Etablierung von Selbstbeobachtungs- und Selbststeuerungsmöglichkeiten.

Inhalt:

Das OLab stellt ein Lernarrangement zur Verfügung, in dem Organisation sowohl hergestellt wie in ihren Abläufen reflektiert werden kann. Dabei geht es weniger um die Dynamik innerhalb überschaubarer Untergruppen, auch nicht primär um sogenannte Großgruppenprozesse, sondern um die Dynamik zwischen Gruppen, um die Herstellung gruppenübergreifender Kooperation und die Möglichkeiten bzw. Schwierigkeiten der Steuerung größerer sozialer Verbände. Inhaltlicher wie prozessualer Gegenstand des OLabs sind der Umgang mit Hierarchie bzw. notwendiger Hierarchisierung, den Bedürfnissen danach geführt zu werden (und deren Frustration) auf der einen Seite, mit Wünschen nach Einbindung, Mitgestaltung und Mitbestimmung (und deren Frustration) auf der anderen, die sich daraus ergebenden Auseinandersetzungen um die Machtfrage im allgemeinen und Möglichkeiten der konkreten Einflussnahme auf Entscheidungen. Themen: (Gemeinsame) Willensbildung, Repräsentantentum, Delegation, Macht, Kontrolle, Kulturen und Subkulturen, Integration von Subgruppen Vergleich Olab - sonstige Organisationserfahrung, Management, Hierarchie und Hierarchiekrise.