Institut für Managementwissenschaften
> Zum Inhalt

News Detail

2018-03-26 [

Iris Zappe

]

Mensch und Maschine - Wohin entwickelt sich die Zukunft der Produktionsarbeit? Rückschau auf die Antrittsvorlesung von Prof. Sebastian Schlund

Josef Fürlinger (BRP Rotax), Detlef Gerhard (TU Wien), Johann Bock (BECOM), Harald Loos (Siemens), Josef Moser (Infineon), Margit Haas (FFG), Mario Steyer (BMVIT), Rene Adam (FACC) und Sebastian Schlund (TU Wien) (von links nach rechts)

Sebastian Schlund (TU Wien)

Am 13.03.2018 fand in Wien die Antrittsvorlesung von Professor Sebastian Schlund in der Industriellenvereinigung im Haus der Industrie statt. Vor circa 80 Gästen erörterte Schlund den Entwicklungsstand der Arbeitsgestaltung für die Produktion vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen intelligenter Automatisierung und Digitalisierung. Vertreter der TU Wien und anderer Hochschulen, Unternehmen und öffentlichen Institutionen sorgten für einen fachlich vielseitigen Rahmen. Die stiftenden Institutionen BMVIT, FFG sowie die Unternehmen FACC AG, Siemens AG Österreich, Infineon Technologies Austria AG, BRP-Rotax GmbH & Co. KG und BECOM Electronics GmbH waren hochrangig vertreten.

Den Abend eröffnete Detlef Gerhard, Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften mit einer Kurzpräsentation der Vita von Sebastian Schlund und einer Vorstellung des neuen Forschungsbereichs. Professor Wilfried Sihn vertrat das Institut für Managementwissenschaften der TU Wien, welches die Stiftungsprofessur erfolgreich beantragt und eingeworben hat. 

Beginnend mit einer Einschätzung des heutigen Umsetzungsstands des Themenkomplexes Industrie 4.0 in Österreich und Europa thematisierte danach Professor Schlund ausgewählte aktuelle Technologieentwicklungen und ihre Auswirkungen auf Produktionsarbeit. Automatisierung und digitale Vernetzung werden die Zukunft der Produktionsarbeit prägen. Hunderte erfolgreiche Umsetzungsbeispiele in Forschungslaboren und Unternehmen zeigen, dass der eingeschlagene Pfad Nutzen für die Unternehmen und die Mitarbeiter bringen kann und wird. Für die flächendeckende Umsetzung von Industrie 4.0 im Sinne einer intelligenten Vernetzung von Menschen, Maschinen und Objekten wird es auch weiterhin notwendig sein, die Voraussetzungen auf Seiten der Infrastruktur, der technischen Verfügbarkeit und Sicherheit und der organisatorischen Randbedingungen zu schaffen. Vor diesem Hintergrund ordnete Schlund die aktuellen Erwartungen auf den Gebieten der kollaborationsfähigen Robotik und der künstlichen Intelligenz ein und konstatiert, dass trotz aller technischen Möglichkeiten die Durchdringung von Produktionsprozessen mit künstlicher Intelligenz zum jetzigen Zeitpunkt noch marginal ist. Wirtschaftliche Anwendungen von künstlicher Intelligenz sind rar, branchenbezogen und stark abhängig von Datenqualität, -verfügbarkeit und Skalierbarkeit.

Auf absehbare Zeit kann deshalb, so Schlund weiter, davon ausgegangen werden, dass menschliche Arbeit in der Produktion nicht komplett substituiert wird. Er erläuterte dies am Beispiel heutiger und zukünftiger Tätigkeiten, in denen Menschen voraussichtlich auch in den nächsten Jahrzehnten Maschinen überlegen sein werden. Die sich daraus ergebende Übergangsphase wird geprägt sein durch hybride Arbeitsteilung zwischen Menschen und Maschinen. Für Unternehmen und Mitarbeiter in Österreich heißt dies, den aktuellen Transformationsprozess für eine neue Art der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine zu nutzen und mit Hilfe digitaler, physischer und hybrider Assistenzsystemen zu gestalten.
Ein zukünftiger Forschungsschwerpunkt der Stiftungsprofessur liegt auf genau dieser Gestaltung der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine in der Produktion. Hier zeichnet sich ab, so Schlund abschließend, dass die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine immer fließender und individueller wird. Erfahrungswissen, Flexibilität und die Bereitschaft zu Lernen sichern unsere zukünftigen Arbeitsplätze.
Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer die vorgestellten Einschätzungen anhand ihrer eigenen Erfahrungen und Erwartungen hinsichtlich der Zukunft der Produktionsarbeit für den Wirtschaftsstandort Österreich. Weiterführende Gespräche mit den Gästen ließen den gelungenen Abend sichtlich erfolgreich ausklingen.

P.S.: Ein herzlicher Dank gilt allen an der Vorbereitung beteiligten, insbesondere der Industriellenvereinigung für die exzellente Organisation sowie allen an der Beantragung und dem Aufbau der Stiftungsprofessur Beteiligten der TU Wien.